Die Festa del Redentore ist eines der ältesten und bedeutendsten Feste in Venedig. Sie wird seit über fünf Jahrhunderten gefeiert und verbindet Glauben, Dankbarkeit und venezianische Lebensfreude. Jedes Jahr, am dritten Wochenende im Juli, verwandelt sich die Lagune in ein großes, leuchtendes Bühnenbild mit Booten, Musik und einem spektakulären Feuerwerk über dem Markusbecken.
Die Ursprünge des Festes reichen in die Jahre 1575–1577 zurück, als die Stadt von einer verheerenden Pest heimgesucht wurde, der ein Drittel der Bevölkerung zum Opfer fiel. Als Dank für das Ende der Epidemie ließ der Senat der Republik Venedig die Kirche des Erlösers (Il Redentore) auf der Insel Giudecca errichten – entworfen vom berühmten Andrea Palladio.
Für die Venezianer ist dieses Fest weit mehr als ein touristisches Ereignis: Es ist ein Akt der Erinnerung, ein Moment des Zusammenseins und eine Explosion von Farben und Emotionen, die Sommer und Tradition vereinen. Familien, Freunde und ganze Stadtviertel organisieren seit Wochen im Voraus gemeinsame Abendessen an Bord der Boote oder entlang der Ufer.
Auch Besucher können authentische Momente erleben, indem sie dem Rhythmus der Stadt folgen, das Feuerwerk vom Wasser aus bewundern oder die religiöse Prozession am Sonntag miterleben.
Während der Pestepidemie war es schwierig, ausreichend Platz für die vielen Opfer zu finden. Einige wurden auf der Insel Sant’Ariano, nahe Torcello, beigesetzt. Jahre später dienten die Steine des dortigen Benediktinerklosters als Baumaterial für die Redentore-Kirche – ein eindrucksvolles Symbol für Wiedergeburt und Hoffnung.
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